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Kaum überschreitet man die deutsche Landesgrenze, wird aus Floorball "wieder" Unihockey - am deutschen Nationalfeiertag ging es bei traumhaften Wetter
nach Spiez an den Thunersee, schließlich standen mit Sandra Dirksen, Katja Timmel und Claudia Hirsig (die allerdings als Rekonvaleszente nur auf der Ersatzbank saß) drei deutsche Nationalspielerinnen in den Kadern der beiden Mannschaften, dem gastgebenden
UHC Höfen und den Red Ants aus Rychenberg, die sicherlich als Favoriten in die Partie in der ABC-Sporthalle gingen.
Die Gäste wurden allerdings von Anfang an ihrer Favoritenrolle gerecht und ließen keine Zweifel daran, dass die Punkte für den Sieg in den Kanton Zürich gehen würden. Zu drückend überlegen waren die Roten Ameisen, Höfen kam nicht über Entlastungsangriffe hinaus. In der siebten Minute
kam es dann auch zu dem verdienten Führungstreffer: Katja Timmel schickte mit einem schönen Pass Margit Scheidegger, die sich über den rechten Flügel durchsetze und hinter dem Tor auf Sina Casutt im Slot passte, die das Spielgerät geradezu in das Tor kämpfte. Auch in der Folge
lief der Ball zu schnell und zu sicher in den Reihen der Gäste, die die Kantonsbernerinnen praktisch nach Belieben laufen ließen. In der 14. Minute kam es dann auch zum verdienten 0:2, als sich Julia Suter schön hinter dem Tor durchsetzte und Alexandra Frick im Slot
bediente - Jonna Mäkihonko im Höfener Tor zeigte keinerlei Reaktion. Kaisa Malmberg erzielte dann noch 21 Sekunden vor der ersten Pause das 3:0, als sie einen von Julia Suter eingeleiteten Freischlag verwandelte.
Im zweiten Drittel kann man nur von totaler Dominanz der Gäste sprechen. Malmberg erzielte mit einem vergleichsweise harmlosen Schuss, bei dem Michaela Kathriner
Mäkihonko in der 30. Minute die Sicht nahm. Auf der anderen Seite hatte Irene Tschümperlin nun eine extrem anspruchslose Zeit - die schweizer Nationaltorfrau hatte in den zweiten zwanzig Minuten sicherlich mehr Kalorien durch Dehnübungen als durch Paraden verbrannt. Als Höfen nach einem Abstandsvergehen
in Unterzahl geriet, schloss Winterthur in der 35. Minute in Person von Andrea Hofstetter mit einer schönen Überzahl-Kombination über Andrea Eberle und die für Malmberg eingewechselte Daniela Stettler ab. Zwar waren die Gastgeberinnen bis zur Pause wenigstens etwas lebhafter,
letztlich reichte es aber nicht, um ernsthafte Gefahr für das Rychenberger Tor zu erzeugen.
Im driten Drittel stellte Höfen um, hoffte auf ein glücklicheres Torhüterinnen-Händchen von Sandra Dähler und stellte auf zwei Reihen um, womit Hirsigs Einsatzträume endgültig geplatzt waren. Die Höfener
Siegesträume waren eh schon lange geplatzt - dafür bedarfte es auch nicht mehr dem Treffer von Kathriner in der 43. Minute, die nach einem Dirksen-Freischlag nachschießen konnte. Das nicht gegebene Tor von Julia Suter in der 46. Minute,
die angeblich im Schutzraum stand, als sie nach einem Torwartfehler abstaubte, müsste man aufgrund des Spielstands nicht so ausführlich erwähnen, wenn es nicht symptomatisch für ein ganz schwaches Schlussdrittel
des Schiedsrichtergespanns gestanden hätte: ein Längswechsel der beiden Unparteiischen mislang vollkommen und erfolgte viel zu spät, so dass in der entscheidenden Situation der Tor-Schiedsrichter keineswegs auf einer ausreichenden Position stand und
seine Entscheidung entsprechend nicht verkaufen konnte. Auch weitere Entscheidungen in diesem Drittel führten zu Schulterzucken - letzlich war dies aber aufgrund des Spielverlaufs
nicht entscheidend, obwohl die Gäste durchaus nun etwas frecher agierten und Tschümperlin sogar nun plötzlich wieder zu Paraden zwangen, die ihr sogar am Ende das Geschenk des besten Spielers bescherten. Auch beim letztlichen 7:0-Treffer zum Endstand kam es zu einer Situation, in der die Unparteiischen viel
zu spät den Ort des Freischlags wegen hohem Stocks anzeigten. Letztlich war es Daniela Stettler, die erneut von einem ersten Versuch von Dirksen profitierte und somit den Schlusspunkt unter einen absolut ungefährdeten und deswegen vielleicht sogar unbefriedigenden Sieg
der Gäste gegen nicht konkurrenzfähige Gastgeberinnen setzte.
Anm.: Die Fotos von Claudia Hirsig stammen vom Aufwärmen und vom Einschießen der Torhüterin in der Drittelpause.
| UHC Höfen | | Red Ants Rychenberg
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88 | Jonna Mäkihonko (TW) | 79 | Irene Tschümperlin (TW)
| 21 | Sandra Dähler (TW) | 4 | Claudia Kunz
| 5 | Tiffany Winkler | 5 | Sina Casutt
| 6 | Monika Egli | 7 | Andrea Eberle (C)
| 7 | Monika Eschler | 11 | Sandra Dirksen
| 8 | Nadia Cattaneo | 12 | Margit Scheidegger
| 10 | Regula Seiler (C) | 13 | Andrea Hofstetter
| 12 | Ursina Baumann | 15 | Karin Meienhofer
| 14 | Andrea Kupferschmied | 16 | Kaisa Malmberg
| 16 | Tanja Hell | 17 | Silvana Nötzli
| 17 | Claudia Hirsig | 19 | Julia Suter
| 18 | Georgia Zanoli | 20 | Alexandra Frick
| 19 | Sandra Frank | 21 | Michaela Kathriner
| 24 | Karin Beer | 22 | Angela Arpagaus
| 26 | Simone Brönnimann | 23 | Daniela Stettler
| 44 | Claudia Leu | 24 | Andrea Auer
| 77 | Sonja Thöni | 33 | Katja Timmel
| 83 | Mirjam Marti | 87 | Fabienne Hofer (TW)
| 84 | Daniela Kramer | |
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